header 04

Werk ohne Autor

Nur in seiner Vergangeheit findet der Maler Kurt seine Inspiration. Nur in seiner Vergangeheit findet der Maler Kurt seine Inspiration. The Walt Disney Company Germany GmbH

Zu Zeiten der deutschen Teilung gelingt dem jungen Künstler Kurt Barnert (Tom Schilling) die Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik. Doch ein friedliches Leben will sich für ihn nicht einstellen – zu sehr plagen ihn seine Kindheits- und Jugendtraumata, die er während der Herrschaft der Nazis und der SED-Zeit erlitten hat.

 

Ein Rückblick - 1937: Bereits als kleiner Junge wird Kurt (Cai Cohrs) von seiner Tante Elisabeth (Saskia Rosendahl) an die Kunst herangeführt. Die beiden haben eine innige Beziehung. Doch als Elisabeth einen mentalen Zusammenbruch erleidet, wird sie in die Psychiatrie gebracht und später von den Nazis ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg zieht es den mittlerweile zwanzigjährigen Kurt (Tom Schilling) an die Kunstakademie in Dresden.
Hier lernt er die Studentin Ellie (Paula Beer) kennen und lieben, die ihn sehr an Elisabeth erinnert. Ellies Vater, der angesehene Gynäkologe Carl Seeband (Sebastian Koch), ist bestürzt über ihre Partnerwahl und setzt alles daran, das Paar auseinanderzubringen. Weder Kurt und Ellie noch Carl ahnen, dass ihre Leben bereits durch ein schreckliches Verbrechen verbunden sind, das Carl zur Zeit das Nationalsozialismus begangen hat.
Inspiriert vom Schaffen und Leben des Malers Gerhard Richter, erzählt der Film von der Suche eines Künstlers nach seinem eigenen Stil. Dafür nimmt sich Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck ausgiebig Zeit: Ganze 188 Minuten dauert sein Werk ohne Autor. Der Regisseur verwebt deutsche Historie mit High-Brow-Kunststory und einer romantischen Liebesgeschichte zu einem Epos, das bei genauer Betrachtung seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird.
Nach seinem preisgekrönten Regiedebüt Das Leben der Anderen blieb Florian Henckel von Donnersmarcks zweiter Film, The Tourist, hinter den Erwartungen zurück. Danach wurde es still um den Zweimetermann aus Deutschland. Nach acht Jahren wartet der Regisseur und Drehbuchautor nun endlich mit seinem dritten Film auf und wurde direkt vorsorglich als deutscher Oscar-Anwärter ins Rennen geschickt. In Werk ohne Autor zeigt von Donnersmarck, wie Opfer und Täter im Nachkriegsdeutschland - oft unbewusst - nebeneinander lebten. Und dass neue Systeme nicht immer den erhofften Wandel bringen.
Über drei Dekaden spannt die Story des Künstlers Kurt, der von einer Kindheit unter dem Nationalsozialismus geprägt ist und auch in der DDR keine passenden Ausdrucksmöglichkeiten findet. Tom Schilling spielt ihn als besonnenen jungen Mann, der sich trotz persönlicher Rückschläge nicht von seinem Ziel abbringen lässt. Ihm zur Seite steht eine der gefragtesten deutschsprachigen Schauspielerinnen: Paula Beer.
Wichtiger als die Figuren scheint in Werk ohne Autor der kreative Schaffensprozess selbst zu sein. „Alles, was wahr ist, ist schön“, sagt Tante Elisabeth zu Anfang des Films. „Sieh niemals weg.“ Erst zum Schluss lernt Kurt diese Botschaft wirklich zu verstehen. Seine Kunst enthüllt eine Wahrheit, die selbst er nicht sehen konnte. Eng angelehnt an die Biografie Gerhard Richters, zeichnet von Donnersmarck die Geschichte eines Malers, der sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen muss, um seine künstlerische Identität zu finden. Kurts Trauma dient im somit als Inspirationsquelle.
(outnow.ch)
Letzte Änderung am Mittwoch, 19 September 2018 12:12

Online-Services

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok