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„Auch wenn wir gescheitert sind“

Schauspieler Helmut Rühl präsentiert heute Abend kurzweilig die Verirrungen und Verwirrungen von Sprache. Schauspieler Helmut Rühl präsentiert heute Abend kurzweilig die Verirrungen und Verwirrungen von Sprache. FOTO:VOLKER BEINHORN/ LANDESBÜHNE

Die öffentliche Rede ist das vielleicht manipulativste und wirkungsvollste Werkzeug der Macht.

 

„Auch wenn wir gescheitert sind“ ist eine Parodie auf Politikerreden auf der Hinterbühne des Stadttheaters Wilhelmshaven zu erleben ist. Der Protagonist in Tim Etchells‘ Monolog verkauft den Zuhörerinnen und Zuhörern im Grunde das Unmögliche.

Es geht viel um Marketing, nicht mehr um die Vermittlung von Inhalten. – Der Text feiert dabei das Scheitern. In der rhetorischen Pose des Erfolgs wird ein Misserfolg als Erfolg gefeiert – und damit die Doppelbödigkeit von Politik entlarvt. „Auch wenn wir gescheitert sind“ demonstriert anhand von zeitgenössischen und historischen Reden politische Rhetorik und die Macht der Suggestion.

Schauspieler Helmut Rühl überzeugte zuletzt als Vater Afzal in „The Who and the What“ von Ayad Akhtar und als Diener Firs in Anton Tschechows „Der Kirschgarten“.

Nun ist er mit „Auch wenn wir gescheitert sind“ solo auf der Hinterbühne zu erleben: Ein sympathischer Vertreter, der uns alles verkaufen kann, Weltfrieden wie Kosmetik. Unterhaltsam und kurzweilig präsentiert er die Verirrungen und Verwirrungen von Sprache und untersucht die Regeln der politischen Rede. Dabei bekommt das Nichtssagen von öffentlichen Reden in diesem Abend einen ganz eigenen Reiz, einen ganz eigenen Witz (Regie: Sascha Bunge). Im Gewand eines lockeren Vortrags bzw. Seminars ist es ein dadaistischer Text und gar Vorgang. Nimmt der Politiker auf der Bühne die Zuhörer*innen, sein Publikum, überhaupt ernst?

Tim Etchells, ein bedeutender britischer Gegenwartsautor, Regisseur und Performancekünstler, hat für seinen Text Fetzen und Fragmente von bekannten Politikerreden collagiert: George W. Bush, Margaret Thatcher, Barack Obama – sie alle saßen im Zentrum der Macht und haben unwissentlich zum Entstehen von „Auch wenn wir gescheitert sind“ beigetragen. In dieser Montage wird innerhalb von kürzester Zeit von der Finanzkrise in die Lokalpolitik gesprungen, die Lösung des Atomkraftproblems versprochen ebenso wie die plötzliche Klärung der Probleme im Nahen Osten, um im nächsten Moment festzustellen, dass das europäische Währungssystem reformiert werden muss.

Nach der Premiere am Mittwoch, 8. Mai, gibt es noch weitere Aufführungen von „Auch wenn wir gescheitert sind“ am Freitag, 24. Mai; Mittwoch, 29. Mai; und Mittwoch, 12. Juni, jeweils um 20 Uhr auf der Hinterbühne des Stadttheaters Wilhelmshaven.

Karten gibt es an der Theaterkasse im Service-Center der Landesbühne oder telefonisch unter 04421-9401-15 sowie online unter www.landesbuehne-nord.de.

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 08 Mai 2019 13:09

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